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Kategorie: Waldensergeschichte

Hugenotten und Waldenser

Es taucht oft die Frage auf: Was ist der Unterschied zwischen den Hugenotten und den Waldensern?

Hugenottenkreuz

 

Mit „Hugenotten“ sind die Mitglieder der reformierten Kirche in Frankreich gemeint. Diese Kirche wurde 1559 gegründet und war von dem Genfer Reformator Johannes Calvin geprägt. Die Hugenotten durften ihre Religion seit 1598 auf Grund des Ediktes von Nantes öffentlich ausüben. Als König Ludwig XIV. 1685 dieses Edikt aufhob, flohen mehr als 100.000 Hugenotten illegal aus ihrer Heimat. Ungefähr 400 Hugenotten, die zuvor im Piemont gelebt hatten, kamen 1699 zusammen mit den Waldensern nach Württemberg.

WaldenserwappenMit „Waldenser“ sind die Mitglieder einer Bewegung gemeint, die auf Waldes (besser bekannt als Petrus Waldus) zurückgeführt wird, der seit 1173 als Laienwanderprediger auftrat. Er und seine Anhänger wurden 1184 als Ketzer verurteilt. In Spätmittelalter waren die Waldenser auf die Cottischen Alpen zurückgedrängt. Hier gründeten sie zwischen 1555-1564 eine eigene reformierte Kirche calvinistischer Prägung. 1561 bekamen die Waldenser im Piemont das Recht auf öffentliche Ausübung ihrer Religion innerhalb der Tälern. Wegen ihrer mittelalterlichen Herkunft betrachteten die Waldenser sich als „Mutter der Reformation“. 1698 wurden 3.000 Waldenser aus dem Piemont vertrieben. Die meisten von ihnen fanden zwischen 1699-1701 Aufnahme in Württemberg.

Quelle: https://www.wkgo.de/regionen-orte/waldenser (von Albert de Lange)


Die Welschen

Gewerbegebiet Welschenäcker in PforzheimDie Waldenser wurden in Württemberg und Baden von den Einheimischen als „Welschen“ bezeichnet, weil sie in Schule und Kirche französisch, im alltäglichen Leben okzitanisch sprachen. Sie blieben zunächst eine isolierte Minderheit, die in bittere Armut lebte und kaum im Stande war ihre Kinder aus zu bilden, wie Pfarrer Andreas Keller von Neuhengstett in seinem Geschichte der Waldensern (1796) zeigt. Die Waldenser hinterließen deshalb kaum Spuren in die damaligen württembergische Gesellschaft. Ihre Versuche, die Seidenkultur in Württemberg neu aufzubauen, blieben ohne Erfolg. Nur zur Verbreitung der Kartoffel könnten sie beigetragen haben.

Noch heute erinnert der Gewannname "Am Welschenweg", zwischen Palmbach und Stupferich an diese Bezeichnung.

Auch in zahlreichen anderen Orten und Städten gibt es Straßennamen mit Bezug auf die Welschen. Hier einige Beispiele:

 Im Welschen Feld in Wurmberg, Enzkreis Im Welschental in Remchingen - Wilferdingen

Welsche Straße in Mühlacker - Sengach Welschenäckerstraße in Pforzheim